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Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen Stahnsdorf
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Jeder kann etwas tun, auch ich

Aufbau einer Selbsthilfegruppe für Suchtkranke mit einem Alter bis 30 Jahren (U30)
in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf
- Suche nach Gleichbetroffenen -

Schon mit 14 Jahren fing ich an, wie viele andere in dem Alter, Alkohol zu trinken. Am Anfang war das auch sehr lustig. Meine erste Erfahrung mit Drogen machte ich dann mit 16. Irgendwie hat das genauso dazugehört, wie der Alk am Anfang. Damals kannte ich auch fast nur noch Leute, die das genauso gut fanden wie ich. Daran sah ich damals auch nichts schlimmes. Dennoch konnte ich meinen Schulabschluss machen und eine Ausbildung im Handwerk beginnen. Habe sogar ½ Jahr früher meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Alkohol spielte für mich bereits schon damals täglich eine Rolle. Und zu einem Joint (Cannabis) habe ich auch nicht nein gesagt. Mit 19 fing ich sogar an, meinen Handwerksmeister zu machen, den ich mit 24 auch bestand. Kokain habe ich mit 20 Jahren das erste Mal probiert. Und da ich, wie bei den anderen sogenannten „leichten" Suchtmitteln, auch hier was positives empfand, schloss ich damit auch sehr schnell Freundschaft. Nach 2 Jahren verlor ich sehr viel. Z.B. habe ich meine eigene Firma, die ich mit 24 gegründet hatte, in den Ruin getrieben. Letztes Jahr habe ich, dessen ungeachtet, meinen Hund im total breiten Zustand in der S-Bahn verloren.

Das waren für mich Situationen, in der ich selber für mich reflektierte, dass ich was ändern möchte. Im Januar bin ich ins Krankenhaus zu einer Entgiftung gegangen. Von dort beantragte ich eine Therapie in Hessen, an der ich 4 Monate teilnahm. Danach bin ich noch für 3 Monate in ein Adaptionshaus (ein Wiedereingliederungsprojekt) zur Rehabilitation gegangen und besuchte dort eine U30 (unter 30 Jahre) Gruppe erfolgreich. In den 7 Monaten habe ich sehr viel an mir gearbeitet.

Jetzt bin ich 27 Jahre alt, seit 2 Monaten wieder zurück in meiner alten Umgebung und entschied für mich, von jetzt an, ein abstinentes Leben – frei von Alkohol und Drogen zu führen. Eine Selbsthilfegruppe U 30, wie in Hessen, möchte ich mit Hilfe der AWO-KIS in unserer Region, Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf, aufbauen. Diese Gruppe kann und wird mir und anderen interessierten Gleichbetroffenen helfen, weiter auf Jahre hinaus, clean (nicht mehr drogen- und alkoholsüchtig) zu bleiben.

Vielleicht ist es dir genau so oder ähnlich ergangen und hast Interesse und Lust dabei mitzumachen?
ein Betroffener

Bei Interesse, weitere Informationen:

Bärbel Schenk, AWO-Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KIS),
Annastraße 3, 14532 Stahnsdorf, Tel.: 03329/612325,
eMail: selbsthilfe-pm@awo-potsdam.de